Ath­le­tik­trai­ning im Fuß­ball Teil 2: Der Zyklus der Trai­nings­steue­rung

Unser Neu­zu­gang hat in sei­nem ers­ten Spiel voll und ganz über­zeugt. Er hat uns bereits eini­ge von sei­nen Stär­ken im Bereich Spiel­tech­nik und Ath­le­tik prä­sen­tiert. Heu­te wird er erneut vol­le 90 Minu­ten spie­len und sein wei­te­res Kön­nen unter Beweis stel­len.

Ath­le­tik­trai­ning im Fuß­ball Teil 2: Der Zyklus der Trai­nings­steue­rung

Im ers­ten Teil bin ich ver­mehrt auf die grund­le­gen­den Fak­to­ren und Vor­aus­set­zun­gen der Trai­nings­steue­rung und Peri­odi­sie­rung ein­ge­gan­gen. 

Im zwei­ten Teil möch­te ich nun auf einen Zyklus bzw. Mikro­zy­klus der Trai­nings­steue­rung ein­ge­hen. Wie genau fül­le ich die Trai­nings­wo­che unter Berück­sich­ti­gung aller — im ers­ten Teil erwähn­ten — Vor­aus­set­zun­gen und unter­schied­li­chen Spie­ler­ty­pen bzw. Spieler­grup­pen und Anfor­de­rung auf dem Platz.

Ich möch­te euch gera­de nicht irgend­wel­che Übun­gen im klas­si­schen Sin­ne mit­ge­ben, denn ich möch­te kei­ne Kopie von etwas. Ihr sollt eure eige­ne, kom­plett sub­jek­ti­ve Auf­fas­sung eurer Spiel­idee ein­flie­ßen las­sen. Des­halb: Lest den Arti­kel bit­te bis zum Ende und ent­schei­det, was ihr für euch per­sön­lich mit­neh­men wollt und könnt. Selbst wenn euch nur eine Sache zusagt, war es wert den Arti­kel zu lesen. Ich möch­te euch Anre­gung für Inspi­ra­ti­on geben und kei­ne Vor­ga­ben. Denkt dabei bit­te immer dar­an, dass es ein Spiel ist. Das heißt, es soll­te immer ein gewis­ser Spaß­fak­tor mit­spie­len, vor allem wenn ihr mit Jugend­mann­schaf­ten arbei­tet.

Wich­ti­ge Kom­po­nen­ten

Zu einer ziel­füh­ren­den Trai­nings­steue­rung gehö­ren vie­le ver­schie­de­ne Fak­to­ren. Nicht nur die phy­sio­lo­gi­schen Vor­gän­ge müs­sen auf Hoch­tou­ren lau­fen — auch eine adäqua­te Vor­be­rei­tung der Ernäh­rung gehört zu einer pro­fes­sio­nel­len Her­an­ge­hens­wei­se. Für mich per­sön­lich, gilt das übri­gens auch im Ama­teur­fuß­ball.

Mei­ne Auf­fas­sung ist: „Ent­we­der mache ich etwas zu 100 %, oder ich las­se es! Ein „ver­su­chen“ impli­ziert immer die Mög­lich­keit des Schei­terns, des­halb mach es oder lass es!“

Wel­che Kom­po­nen­ten sind nun wich­tig und aus­schlag­ge­bend für ein ziel­füh­ren­des Ath­le­tik­trai­ning im Fuß­ball? Hier spre­chen wir immer von „fuß­ball­spe­zi­fi­scher Fit­ness“. Was genau bedeu­tet das?

Für ein qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Fuß­ball­trai­ning benö­ti­ge ich ein exzel­len­tes Warm Up, wel­ches die Ansprü­che des Trai­ners in sei­nem Vor­ha­ben an dem Tag unter­stützt.

Die fuß­ball­spe­zi­fi­sche Fit­ness ergibt sich aus dem Anspruch an die Spie­ler auf dem Platz im Hin­blick auf Kraft, Aus­dau­er, Schnel­lig­keit und Beweg­lich­keit, um am Spiel­tag phy­sio­lo­gisch in „Top­form“ zu sein. Dabei kann ich mit ver­schie­de­nen Sprin­t­ein­hei­ten, Pass­spie­len, Posi­ti­ons­spie­len und tak­ti­schen Spiel­for­men die spe­zi­fi­sche Kon­di­ti­on und Aus­dau­er trai­nie­ren.

Wie man hier auch deut­lich her­aus­hö­ren kann, ist genau jetzt die Kom­mu­ni­ka­ti­on inner­halb des Funk­ti­ons­teams unab­ding­bar. Mit einem Warm Up möch­te ich die Mann­schaft exzel­lent auf das bevor­ste­hen­de Trai­ning vor­be­rei­ten. Dem­entspre­chend  ich muss mir im Kla­ren dar­über sein, wo der Schwer­punkt des Trai­nings liegt und mit wel­chen Übun­gen ich die Spie­ler am bes­ten vor­be­rei­ten kann.

Bei­spie­le für geeig­ne­te Schwer­punk­te:

  • Kurz­pass­spiel
  • Spiel über die Flü­gel mit Flan­ken und direk­tem Tor­ab­schluss
  • Spiel­auf­bau (rein tak­tisch)
  • schnel­les über­spie­len des mitt­le­ren Drit­tels

Das „4‑Stu­fen-Warm Up“

Für die Vor­be­rei­tung ist aus­schlag­ge­bend, dass ich die Spie­ler leis­tungs­op­ti­mie­rend trai­nie­re, dabei aber auch mög­lichst ver­let­zungs­mi­ni­mie­ren­de Stra­te­gien mit ein­flie­ßen las­se und die gesam­te Phy­sio­lo­gie „auf Tou­ren“ brin­ge.

Aus die­sem Grund — und basie­rend auf mei­ner lang­jäh­ri­gen Erfah­rung — habe ich mei­ne Art des Warm Ups in vier Stu­fen ein­ge­teilt.

War­um vier Stu­fen? Auf­grund die­ser hat jeder Trai­ner genaue Anhalts­punk­te und einen iden­ti­schen Ablauf eines adäqua­ten Warm Ups. Somit  kann er sich an einen gleich­blei­ben­den Ablauf gewöh­nen, genau wie die Spie­ler. Was ich damit errei­che, ist die Eta­blie­rung einer Form von Ritu­al bei den Spie­lern. So kann ich schon im Warm Up den Fokus auf ein hoch kon­zen­trier­tes und dis­zi­pli­nier­tes Trai­ning legen. Vie­le Spie­ler gaben mir als Feed­back, dass sie dadurch auch eine erhöh­te Ener­gie­be­reit­schaft im Trai­ning beob­ach­ten.

Natür­lich wird somit auch gera­de am Spiel­tag das Warm Up immer gleich sein, um auch dort ein Ritu­al zu eta­blie­ren und auf „Wett­kampf­mo­dus“ umzu­schal­ten.

  • Stu­fe 1 setzt sich aus bin­de­ge­webs­lö­sen­den Übun­gen, den soge­nann­ten dyna­mi­schen Stret­ching Metho­den, oder auch „Move­ment Preps“ zusam­men.  Somit errei­che ich bei den Spie­lern ein Lösen von Ver­kle­bun­gen der Mus­keln und fas­zia­len Bin­de­ge­webs­struk­tu­ren, die sich aus dem All­tag erge­ben. Ein­ge­fah­re­ne Hal­tun­gen und/oder Ver­hal­tens­wei­sen aus dem All­tag des Spie­lers sind bei spä­te­ren, im Trai­ning auf­tre­ten­den, Bewe­gungs­aus­füh­run­gen hin­der­lich und füh­ren schnell zu mus­ku­lä­ren Ver­let­zun­gen.
  • Stu­fe 2 besteht aus dem klas­si­schen Lauf ABC. Hier baue ich je nach Trai­nings­schwer­punkt, Sprün­ge, Sidesteps, Aus­fall­schrit­te etc. ein.
  • Stu­fe 3 hier erhö­he ich die Akti­vie­rung über schnel­le­re und effek­ti­ve­re Lauf­ein­hei­ten wie Sprints (Belas­tung zwi­schen 50–80 % max. Sprint­be­las­tung) über 10–20 m und/oder — je nach­dem wel­che Trai­nings­ein­heit geplant ist — kur­ze bzw. lan­ge Schritt­fol­gen. Kur­ze Schritt­fol­gen zum Bei­spiel beim Trai­nings­schwer­punkt: Kurzpassspiel/ Ballbesitz/ Tor­ab­schüs­sen ohne Flan­ken usw.. Lan­ge Schritt­fol­gen beim Trai­nings­schwer­punkt: Spiel über die Flü­gel mit Flan­ken und Torabschluss/ lan­ge Lauf­we­ge wie z.B. schnel­les über­spie­len des mitt­le­ren Drittels/ lan­ge inten­si­ve Päs­se in die Tie­fe mit schnel­lem Tor­ab­schluss usw.
  • Stu­fe 4 beinhal­tet klei­ne Pass­spie­le wie Ron­dos, klas­si­sches 5:2/4:2, Übun­gen in 2 er Grup­pen, Ball mit der Innen­sei­te zurück, Ball mit Spann zurück, Ball mit Kopf usw.

Steue­rung der Woche

Jetzt kommt es dar­auf an, an wel­chem Tag wir uns in der Woche befin­den. Immer bezo­gen auf den Spiel­tag. 

Dies wird wie folgt im Plan beschrie­ben:

Match Day (MD) +1/+2/+3 bzw. zum Spiel ‑4/-3/-2/-1

Da ich natür­lich am Spiel­tag die fit­tes­te Mann­schaft auf dem Platz ste­hen haben möch­te, ist die Steue­rung von Belas­tung und Rege­ne­ra­ti­on in der Woche der aus­schlag­ge­bends­te Fak­tor, den ich in mei­nem „Mikro­zy­klus“ genau pla­nen muss.

Dazu kommt, dass sicher­lich nicht alle Spie­ler gespielt haben und im Schnitt 5–7 Ver­letz­te im Kader sind. Außer­dem trai­nie­ren zwei Spie­ler im Reha­trai­ning indi­vi­du­ell auf dem Platz und befin­den sich noch nicht im Mann­schafts­trai­ning. Wich­tig: auch hier muss ich tag­täg­lich Feed­back von den Reha­trai­nern erhal­ten und gemein­sam Ent­schei­dun­gen bezüg­lich der Belas­tung tref­fen. Jeder Ver­ein hat ande­re Metho­den, um am Anfang jeder Sai­son einen bio­me­cha­ni­schen „Ist-Zustand“ zu ermit­teln. Die­ser muss natür­lich von dem Spie­ler im Reha­trai­ning wie­der erreicht wer­den oder­sich opti­ma­ler­wei­se noch ver­bes­sert haben.

Auf­grund unse­rer Belas­tungs­wer­te, die wir für das Spiel erhal­ten haben, kann ich so am Tag nach dem Spiel ganz genau bestim­men wer das Rege­ne­ra­ti­ons­trai­ning durch­führt und wem, bezo­gen auf den letz­ten Spiel­tag, wel­che Belas­tung zuge­teilt wird. Somit erge­ben sich meist zwei Grup­pen.

Spiel­tag

Aber begin­nen wir mit einem opti­ma­len Ablauf am Spiel­tag. Anstoß ist 15.30 Uhr am Sonn­tag!

  • 10.00 ‑10.30 Uhr: kur­ze Akti­vie­rung in Form eines gemein­sa­men Spa­zier­gangs
  • 14.30 — 15.00/15.10 Uhr: Ath­le­ti­sches Warm Up + Koor­di­na­ti­on (immer gleich am Spiel­tag).
  • Das Warm Up am Spiel­tag muss für mich Rei­ze beinhal­ten, die das Bewusst­sein jedes Spie­lers anre­gen und hoch­schrau­ben. Dabei baue ich im Lauf ABC oft Hand/Bein, Hand/Fuß, Hand/Schulter Koor­di­na­ti­on mit ein oder kom­bi­nie­re. Außer­dem kann man „Hän­de klat­schen im Rhyth­mus“ oder ähn­li­ches mit ein­flie­ßen las­sen.
  • „Schlacht­wort“ für das Spiel im Team nach dem Warm Up!
  • 15.10 — 15.25 Uhr Bespre­chung in der Kabi­ne
  • 15.30 Spiel
  • 17.30 — 18.00 Uhr Ergän­zungs­spie­ler absol­vie­ren direkt nach dem Spiel oder begin­nen schon 10–15 min vor Schluss mit dem Warm up und im Anschluss ggf. Box to Box Sprints über 70m (Bei­spiels­wei­se 12 x à 12 Sek. mit 30 Sek. Pau­se und/oder 16 er Lauf über 40m 15 x 7 Sek. mit 10 Sek. Pau­se). Die­se Ein­heit füh­re ich meist nur bei Heim­spie­len durch, da es logis­tisch ein­fa­cher ist als bei Aus­wärts­spie­len.
  • 18.00 — 18.20 Uhr Rege­ne­ra­ti­on wie Eis­ton­ne (3x3 Min. mit 2 Min. Pau­se), Dampf­bad + ggf. Mas­sa­ge, Phy­sio­the­ra­peut, oder ande­re Maß­nah­men die der Regen­ra­ti­on die­nen.
  • WICHTIG: Ich wür­de vor dem Spiel und zur Halb­zeit jeweils einen Car­bo­drink ein­neh­men, in Form von Mal­to­d­ex­trin + ein Gel. Hier­bei ist es essen­zi­ell, dass die Spie­ler ihnen ver­trau­te Pro­duk­te ver­wen­den, da es ansons­ten schnell zu Magen­pro­ble­men oder ähn­li­chem kom­men kann.

In der Gra­fik oben sehen wir — eine für mich — wun­der­ba­re Dar­stel­lung einer per­fekt geplan­ten Woche, von der Fuß­ball­schu­le Tirol unter der Lei­tung von Tho­mas Klaus.

Basie­rend auf den Vor­stel­lun­gen von Ray­mond Ver­hei­jen erken­nen wir hier, wie sehr es auf unse­re Denk­wei­se ankommt und wel­chen Ein­fluss äuße­re Fak­to­ren auf unse­re Leis­tung haben.

Die Trai­nings­prin­zi­pi­en beinhal­ten hier:

  • Kom­mu­ni­ka­ti­on (ver­bal/­non-ver­bal à Tak­tik)  (K)
  • Ent­schei­dungs­fin­dung (Taktik/Technik) (E)
  • Aus­füh­rung (Taktik/Technik) (A)
  • Fit­ness (fuß­ball­spe­zi­fisch) (F)

Wei­ter­hin ist hier auch sehr anschau­lich dar­ge­stellt, wie sich unser Bewusst­sein bzw. Unter­be­wusst­sein, wann und in wel­chem Aus­maß ver­hält und wie sich dar­aus die geeig­ne­te Trai­nings­steue­rung ergibt.

Außer­dem sehen wir in der ers­ten Rei­he die ein­zel­nen Ver­tei­lun­gen von Over­load und Under­load.

Sind die Buch­sta­ben klein geschrie­ben beinhal­tet die­ser Bereich an dem Tag ein Under­load.

Bei Groß­buch­sta­ben han­delt es sich um ein Over­load.

Der freie Tag („Day Off“)

Jetzt kommt es sicher­lich zu unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen, was den „Day Off“ angeht. 

Ich per­sön­lich mache den Tag nach dem Spiel, in die­sem Fall Mon­tag zu einem Trai­nings­tag.

Den­noch tei­le ich ger­ne, im Gegen­satz zum obi­gen Bild, die Mann­schaft in zwei Grup­pen ein. 

Grup­pe 1 ist die Rege­ne­ra­ti­on Grup­pe. Grup­pe 2, die der Ergän­zungs­spie­ler.

Montag/Regeneration

Grup­pe 1 „Rege­ne­ra­ti­ons­grup­pe“

 Unter Rege­ne­ra­ti­on wer­den Pro­zes­se ver­stan­den, die zur Wie­der­her­stel­lung eines phy­sio­lo­gi­schen Gleich­ge­wichts­zu­stan­des führen. Sie ste­hen immer in Bezug zu einer vor­aus­ge­hen­den Belas­tung und haben (wieder-)versorgende Funk­ti­on“ 1

  • 10.00 — 11.00 Uhr: Laufen/Radfahren
  • 30 — 40 min Aus­lau­fen bei 70 % der ermit­tel­ten HF max. Im Schnitt liegt das Tem­po hier bei 10–12 Km/h oder einer Pace 6.00 — 5.00 min/Km.
  • Auf dem Rad ca. 20–25 km/h bei 50–60 Min. und ebe­nem Unter­grund. Puls zwi­schen 120 — 130 HF.
  • Dabei soll es vor allem zum Abbau von „Meta­bo­li­ten“ (Bezeich­nung für die im bio­lo­gi­schen Stoff­wech­sel, also dem Meta­bo­lis­mus, umge­setz­ten Sub­stan­zen) kom­men. Die wäh­rend des Stoff­wech­sels auf­ge­bau­ten Stof­fe wer­den als Ana­bo­li­ten, die abge­bau­ten als Kata­bo­li­ten bezeich­net.
  • Hier­bei ist es wich­tig zu ver­ste­hen, dass unter Belas­tung ver­stärkt Meta­bo­li­ten gebil­det wer­den. Das wären z.B. Stoff­wech­sel­pro­dukt wie „Lak­tat“. Die­se müs­sen vom Ort der Bil­dung abtrans­por­tiert und voll­stän­dig abge­baut wer­den. Im Fal­le des Lak­tats, im Her­zen und in der Leber oder- in der Regel über die Nie­re. Geschieht das nicht mög­lichst schnell, kommt es zu einer hohen Beein­träch­ti­gung der Leis­tungs­er­brin­gung bzw. Leis­tungs­be­reit­schaft.  Es kommt zu einer Läh­mung der Sauer­stoff­auf­nah­me­fä­hig­keit des Blu­tes.
  • Adre­na­lin muss run­ter­ge­fah­ren wer­den
  • Schlaf zählt für mich als Haupt­maß­nah­me zur Rege­ne­ra­ti­on.

Grup­pe 2 „Ergän­zungs­spie­ler“

  • 9.00 — 10.00 Uhr Kraft­trai­ning
  • Vor­aus­set­zung dafür sind für mich immer klei­ne Grup­pen. So kann ich Übun­gen opti­mal kor­ri­gie­ren und die Aus­füh­rung beob­ach­ten.
  • 10.00 — 11.00 Uhr Tech­nisch- tak­tisch und koor­di­na­ti­ve Spiel­for­men
  • 11.00 — 11.45 Uhr inten­si­ve Inter­vall­läu­fe wie:
    • 8 x 200 m
    • 10 x Box to Box (16er ‑16er) 70m
    • 12–15 x In der Box (40 m)
  • Im Anschluss mit allen Spie­lern Stret­ching, Phy­sio, Mas­sa­gen (ggf. auch Eigen­mas­sa­ge, Dampf­bad, Sau­na oder Eis­ton­ne.

Diens­tag gibt es frei.

 Wich­tig hier­bei ist, die Eigen­dis­zi­plin und eine ange­pass­te Ernäh­rung für jeden Spie­ler.

Zudem soll­te auf die Flüs­sig­keits­auf­nah­me geach­tet wer­den. Hier kann gege­be­nen­falls eine Sup­ple­men­tie­rung erfol­gen.

Mitt­woch / kEAf

 Wenn Sonn­tag das nächs­te Spiel bevor­steht, unter­schei­den wir im Fuß­ball mit -/+ Tagen bezo­gen auf das Spiel. in die­sem Bei­spiel wären wir jetzt bei +3 bzw. ‑4 zum Match Day (MD). 
  • Die Haupt­be­las­tung soll­te im Ath­le­tik- bzw. Fit­ness­be­reich bei Mitt­woch und Don­ners­tag erfol­gen. Auf­bau­end ver­steht sich. Ich begin­ne diens­tags mit Kraft­trai­ning (Beine/Oberkörper) und exten­si­ven Inter­vall­me­tho­den. Die soge­nann­ten indi­vi­du­ell getes­te­ten Kor­rek­tur­übun­gen für jeden Ein­zel­nen sind immer im Rah­men der Trai­nings­vor- bzw. Nach­be­rei­tung zu absol­vie­ren.
  • 10.00 — 11.45 Uhr: Kraft/Sprung (zum Bei­spiel) und Sprint (im exten­si­ven Inter­vall)
  • inten­si­ve Spiel­for­men (Bsp. wären 2:2/3:3/4:4 +/- TW). Der Belas­tungs­auf­bau für Spiel­for­men der Art wären z.B.:
    • 2 Seri­en à 6 x 1 Minu­te hoch­in­ten­si­ve Spiel­form mit z.B. schnel­lem Tor­ab­schluss (Pau­se 2 Minu­ten) Seri­en Pau­se liegt dann bei 4 Minu­ten.

Wür­den wir die­sen Auf­bau wei­ter­füh­ren, wären wir z.B. eine Woche wei­ter bei:

2 Seri­en á 10 x 1 Minu­te hoch­in­ten­si­ve Spiel­form mit schnel­lem Tor­ab­schluss (Pau­se 1 Minu­te) Seri­en­pau­se liegt bei 4 Minu­ten.

  • Dabei muss die gesam­te Zeit gecoacht wer­den. Zum Bei­spiel: Das in Ball­be­sitz agie­ren­de Team muss mit max. 2 Ball­kon­tak­ten spie­len und das Ball erobern­de Team mit höchs­tem Druck pres­sen und Päs­se ver­hin­dern.
  • 15.30 — 16.30 Uhr Tak­tik­trai­ning mit der gesam­ten Mann­schaft, Spiel­si­tua­tio­nen vom Punkt­spiel etc.
  • Rege­ne­ra­ti­on beim Phy­sio­the­ra­peu­ten

Don­ners­tag / keaF

 Wäh­rend am Vor­tag der ath­le­ti­sche Bereich im Vor­der­grund stand und die Mann­schaft exten­si­ve Inter­val­le (Under­load) trai­niert hat, gehen wir heu­te in die inten­si­ven Inter­val­le über. Wir schaf­fen somit heu­te ein Over­load für die Phy­sio­lo­gie.
  • 10.00 — 10.45 Uhr Ange­mes­se­nes Warm Up (inten­siv) mit Move­ment Preps. Auch hier schon kogni­ti­ve Rei­ze ins Lauf ABC mit ein­bau­en, da wir das Bewusst­sein lang­sam wie­der hoch­schrau­ben müs­sen.
  • direkt im Anschluss Kraft­trai­ning für die Bei­ne (Ausfallschritte/Beckenheben vom Boden einzeln/beidseitig/seitliche Sta­bi­li­sa­ti­on mit Aus­fall­schrit­ten usw.) und den Ober­kör­per (neh­me ich sehr ger­ne in Form eines Zir­kels). Hier­bei ist mir sehr wich­tig, dass vie­le Trai­ner oder Phy­si­os des Funk­ti­ons­teams dabei sind, um ggf. zu kor­ri­gie­ren und auf die Kor­rekt­heit der Aus­füh­rung zu ach­ten. Zudem kön­nen sie auf die Hal­tung bei den Übun­gen ein­ge­hen gege­nen­falls unter­stüt­zen.
  • 11.00 — 12.15 Uhr Pass­spiel und Posi­ti­ons­spiel im Bei­spiel (inten­siv)
  • 4v2 + 2 neu­tra­le außer­halb des gesteck­ten Fel­des als Anspiel­po­si­ti­on. (wie im Bsp. oben)
  • 2 Seri­en à 6 x 2 min inten­si­ve Spiel­form auf Ball hal­ten. (1 min Pau­se, Seri­en­pau­se liegt bei 2 Minu­ten).
  • Posi­ti­ons­spiel 5v3 (inten­siv) mit Toren (wie unten zu sehen. Hier neh­me ich mir für die­sen Auf­bau genau posi­ti­ons­be­zo­ge­ne Spie­ler, um auch hier Spiel­nah zu blei­ben).
  • 4 x 4 Minu­ten mit 2 Minu­ten Pau­se
  • Ziel ist es für das angrei­fen­de Team (rot) den Ball schnell in das eine Tor vor dem 16er zu pas­sen. Schaf­fen sie es nicht, müs­sen sie eine Auf­ga­be erfül­len, wie z.B. 20 push Ups.
    Bei Ball­ver­lust hat das ande­re Team (blau) die Mög­lich­keit auf die bei­den ande­ren Klein­to­re zu kon­tern. Erzielt das blaue Team ein Tor muss das rote eine Auf­ga­be erfül­len.
  • Im Anschluss erfolgt Rege­ne­ra­ti­on durch Phy­sio, Sau­na, Dampf­bad, Eis­ton­ne, Mas­sa­ge etc

Frei­tag / KEaf

Jetzt befin­den wir uns bei ‑2 zum MD. Haupt­au­gen­merk muss nun auf der Tak­tik (Kom­mu­ni­ka­ti­on) und der Tech­nik (Ent­schei­dungs­fin­dung) lie­gen. Dabei ist wich­tig was der Chef­trai­ner als Spiel­phi­lo­so­phie für den Spiel­tag am Frei­tag aus­gibt. Grund­sätz­lich kann ich wie folgt begin­nen:
  • 10.00 — 11.00 Uhr Exten­si­ves Warm Up in Form von dyna­mi­schen Stret­ching Ein­hei­ten und Move­ment Preps + Erhö­hung des kogni­ti­ven Rei­zes und klei­ne Pas­s­übun­gen wie z.B. 4v2 + 4 Spie­ler zum Wech­seln. Gewech­selt wird immer nach dem fol­gen­den Mus­ter:
  • Ablauf 2 x 5 min / 2 Minu­ten Pau­se (die eine Vie­rer-Grup­pe spielt, die ande­re bekommt Auf­ga­ben zuge­teilt wie jonglieren/Ball hochhalten/ Fuß­ball­ten­nis etc. nach 5 Minu­ten wird gewech­selt.

Wie wir in den bei­den Bil­dern oben sehen kön­nen, erge­ben sich — wie­der aus den unter­schied­li­chen Posi­tio­nen auf dem Platz — immer 4v2 Situa­tio­nen, die ich auch genau­so bei den Pas­s­übun­gen über­neh­me. Das Gute dabei ist, dass ich dadurch immer den direk­ten Bezug zum Spiel her­stel­le und auch tak­ti­sche Prin­zi­pi­en (Lauf­we­ge, anspie­len des Mit­spie­lers, Blick­kon­takt usw.) schu­le. Dabei wird auch unse­re kogni­ti­ve Wahr­neh­mung in die Übun­gen mit ein­ge­baut.

  • 11.00 — 12.00 Uhr
  • Hier bedie­ne ich mich auf­grund des Hoch­fah­rens der Bewusst­seins­ebe­ne ent­we­der einem inten­si­ven Posi­ti­ons­spiel im 5v3 (Posi­ti­ons­be­zo­gen) mit einer Belas­tung von:
    • 4 x 4 Minu­ten / 2 Minu­ten Pau­se nach jeweils jedem Durch­gang sowie
    • 4 x 5 Minu­ten / 2 Minu­ten Pau­se
  • Oder ich bedie­ne mich der Belas­tung im Sprint mit maxi­ma­ler Erho­lung.
    Dies ent­spricht z.B.:
  • 6 / 4 / 2 x 5 / 15 / 25 m mit 30 / 45 / 60 sek. Pau­se und 4 min. Seri­en­pau­se

        bis zu

  • 10 / 8 / 6 x 5 / 15 / 25 m mit 30 / 45 / 60 sek. Pau­se und 4 min. Seri­en­pau­se

Sams­tag / Keaf

Sams­tag ist der Tag der Kom­mu­ni­ka­ti­on (ver­bal und non­ver­bal). Dabei ist es wich­tig den Fokus bewusst auf den Sonn­tag, also den Spiel­tag zu legen. Jetzt kommt es zu 101 Pro­zent dar­auf an, wie sich die Mann­schaft „hell­wach“ prä­sen­tiert, alle Rezep­to­ren auf vol­len Emp­fang schal­tet und Input schafft für den Spiel­tag. Der Chef­trai­ner wird hier ver­mehrt auf Stan­dards ein­ge­hen. Immer bezo­gen auf das geg­ne­ri­sche Team und die damit ver­bun­de­nen Schwä­chen des Geg­ners bei Stan­dards und wie man die­se für sich nut­zen kann. Das Gan­ze im Angriff, sowie als ver­tei­di­gen­de Mann­schaft. Außer­dem wer­den spiel­na­he Situa­tio­nen geschaf­fen und in posi­ti­ons­be­zo­ge­nen Grup­pen trai­niert, um zum Ende ein tak­tisch bezo­ge­nes Spiel im 11v10 oder 11v11 zu absol­vie­ren.

An die­sem Tag ent­steht für den Trai­ner meis­tens erst sei­ne Start­elf!

  • 15.30 — 16.15 Uhr: Warm Up (inten­siv) sowie eine inten­si­ve Pass­form direkt im Anschluss des Warm Ups.
  • Wich­tig für mich ist, dass ich am heu­ti­gen Tag das Warm Up defi­ni­tiv mit Ball und fuß­ball­spe­zi­fisch machen las­se (außer Stu­fe 1 wer­de ich 3/4/5 mit Ball machen las­sen).
  • 5v3 (inten­siv) + 3 Wech­sel­spie­ler oder ein­fa­che Ron­dos spiel­nah und posi­ti­ons­be­zo­gen (s.o. Frei­tag beim 4v2 + 4) Stu­fe 4.
  • Wich­tig ist hier­bei ins­be­son­de­re, dass die Anwei­sun­gen des Trai­ners, bezo­gen auf die Kom­mu­ni­ka­ti­on unter­ein­an­der, zu 101 Pro­zent bewusst umge­setzt wer­den.
  • 16.15 — 16.40 Uhr kur­ze Sprin­t­ein­hei­ten über max. 15 m:
    • 6 x 15 m mit 40 / 50 / 60 sek Pau­se
    • 4 x 10 m mit 60 / 70 / 80 sek Pau­se
    • In den Pau­sen Ball jon­glie­ren oder Ball hoch­hal­ten in der Grup­pe
  • 16.40 — 17.15 Uhr:
  • Tak­ti­sches Spiel 11v10 und/oder 11v11 (z.B. spe­zi­el­le Auf­ga­be des ver­tei­di­gen­den Teams ist die Stö­rung des Spiel­auf­baus mit einem Spie­ler in Unter­zahl), d.h. wie posi­tio­nie­re ich mich jetzt in der Ver­tei­di­gung? Wie schlie­ße ich die Räu­me? Wie stel­le ich um und vor allem wie kom­mu­ni­zie­re ich als Mann­schaft auf dem Platz mit die­ser Auf­ga­be? Natür­lich sind die Auf­ga­ben belie­big abän­der­bar ‑je nach­dem wel­chen tak­ti­schen Fokus der Trai­ner auf den Spiel­tag legt.
  • Stan­dards

Sonn­tag / Spiel­tag

SIEG!

Natür­lich gibt es hier­zu auch unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen und Her­an­ge­hens­wei­sen, vor allem wird es weni­ge Ver­ei­ne geben, bei denen der Ath­le­tik­trai­ner nicht der­art in die Steue­rung ein­grei­fen darf, son­dern der Chef­trai­ner die Peri­odi­sie­rung bzw. Trai­nings­steue­rung vor­nimmt. Auch hier heißt es jedoch: Kom­mu­ni­ka­ti­on im Funk­ti­ons­team!

Abschlie­ßend möch­te ich noch erwäh­nen, dass ich natür­lich auf­grund der o.g. Abläu­fe in der fuß­ball­spe­zi­fi­schen Fit­ness immer posi­ti­ons­spe­zi­fisch den­ke. Sämt­li­che Pas­s­übun­gen, Spie­le und Posi­ti­ons­spie­le lei­ten sich aus den ver­schie­de­nen Posi­tio­nen auf dem Platz ab. 

Somit habe ich zu jeder Zeit den Bezug zum Wett­kampf und zu den jewei­li­gen Situa­tio­nen auf dem Platz.

Wel­che Auf­ga­ben ich als Trai­ner in den Übun­gen ver­tei­le muss immer im Kon­text zur Spiel­phi­lo­so­phie ste­hen.

Euer Fre­de­ric Newn­ham 

Fré­dé­ric, es war groß­ar­tig, dich in unse­rem Team dabei gehabt zu haben. Wir dan­ken dir für dei­nen uner­müd­li­chen Ein­satz und freu­en uns dar­auf, wenn du mal wie­der in unse­rer Start­elf mit dabei bist! Bis dahin, alles Gute!

1 Wiki­pe­dia: Defi­ni­ti­on Rege­ne­ra­ti­on (Sport)

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Frédéric Newnham

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